Sharepoint by the Book
Im Proof of Concept wurde eine Testmaschine ohne große Berücksichtigung einer klassischen Installation beschrieben. Für eine Liveumgebung sollten jedoch ein paar Punkte näher beleuchtet werden. Auch dieser Blog ist wiederum primär für meine eigenen Zwecke im Sinne einer kleinen Doku gedacht, die ich beabsichtige permanent zu aktualisieren.
Voraussetzungen:
Betriebssysteme: Win2K3 in den Editionen Standard, Enterprise, Datacenter oder Web (letztere nur mit ausgelagerter Datenbank)
Internetinformation-Servicex: IIS 6.0 (nicht im IIS 5.0-Isolationsmodus ausführen)
Microsoft .NET Framework 3.0 (anschließend ASP.NET 2.0 als Webdiensterweiterung des IIS zulassen)
Installationstyp:
Für meine Zwecke habe ich den Erweiterten Installationstyp gewählt, da ich keine Single-Server-Installation mit eigenständiger SQL-Instanz gebrauchen konnte. Nach Auswahl von Erweitert habe ich mich für den Servertyp Vollständig entschieden, da dieser sowohl die Web-Frontend- und Anwendungsfunktionalitäten bereitstellt, als auch eine SQL-Instanz ausgewählt werden kann. Außerdem kann später noch eine Farm gebildet werden, was mit dem Servertyp Eigenständig nicht möglich ist.
Nach Abschluss der Installation ist der Haken im Feld Konfigurations-Assistent für Sharepoint-Produkte und -Technologien ausführen zu setzen. Ich erwähne hier nur die wichtigen Konfigurationsschritte. Ob z.B. diverse Dienste im Verlaufe des Konfigurationsprozesses gestoppt werden müssen, spielt m.E. eine untergeordnete Rolle.
Erster wichtiger Schritt: Verbindung mit einer Serverfarm herstellen. Hier ist die Option Nein, ich möchte eine neue Serverfarm erstellen zu wählen. Daraufhin werden im nächsten Schritt die Einstellungen für die Konfigurationsdatenbank der Serverfarm abgefragt. Der Datenbankserver liegt in meinem Fall auf der gleichen Maschine und verweist auf die Standardinstanz dieser Maschine. Der Datenbankname ist vorbelegt mit Sharepoint_Config und wird so belassen. Bzgl. der Angabe des Benutzerkontos gahe ich zunächst ein wenig auf Exkurs…
Exkurs: Dienstkonten im Zusammenhang mit Sharepoint
Im Verlaufe der Konfiguration und der Arbeit mit Sharepoint werden einige Dienste hiervon betroffen sein, deren empfohlene Konteneinstellungen kurz näher beleuchtet werden sollen
- SQL-Server Dienstkonto: Empfohlen wird die Verwendung eines Domänenbenutzerkontos und wird sowohl für den SQL-Server, als auch den SQL-Serveragent verwendet.
- Sharepoint-Setup-Benutzerkonto: Für die Installation und die Konfiguration mit Hilfe des Assistenten sowie das Kommandozeilen-Tool psconfig.exe sollte ebenfalls ein Domänenbenutzerkonto verwendet werden, das auf der Sharepoint-Maschine Mitglied der lokalen Administratoren ist.. Zusätzlich muss es den SQL-Server-Sicherheitsrollen securityadmin und dbcreator – ggf. auch db_owner angehören.
- Serverfarm-Konto: Solange man keine Serverfarm betreibt, kann dieses Konto standardmäßig auf dem Netzwerdienst belassen werden. Ansonsten ist auch hier ein Domänenbenutzerkonto zu verwenden (mit den gleichen Anforderungen wie unter 2. beschrieben).
- SSP-Anwendungspoolkonto: Das Konto, unter dem die Shared-Services-Webanwendung läuft, muss auf die SSP-Inhaltsdatenbank auf dem SQL-Server Lese- und Schreibrechte besitzen, sowie Leserechte auf die Konfigurations-Datenbank und die Inhaltsdatenbank der Zentraladministration.
- SSP-Dienstkonto: Auch hier sollte ein Domänenbenutzerkonto verwendet werden, das jedoch NICHT Mitglied der Administratorengruppe eines Servers ist.
- Office-Sharepoint-Server-Search-Konto: Solange man keine Farm im Einsatz hat, ist das lokale Systemkonto ausreichend. Sonst muss ein Domänenbenutzerkonto mit Leserecht auf die Inhaltsdatenbank verwendert werden. Es muss nicht der Gruppe der Farmadministratoren angehören.
Nachdem die wichtigsten Konten kurz angerissen wurden, verwenden wir nun das Sharepoint-Setup-Konto für die Erstellung der Konfigurationsdatenbank im Feld Benutzername und Kennwort.
Im nächsten Konfigurationsschritt kann man die Portnummer ggf. selbst vergeben, unter der die Zentraladministration erreichbar sein soll. Die Sicherheitseinstellungen belasse ich auf NTLM. Sind diese Eingaben alle erledigt, wird das System in 9 Schritten konfiguriert. Der Assistent sollte mit einer Seite enden, die mit Die Konfiguration war erfolgreich beschriftet ist.
Sharepoint-Zentraladministration – Neue Webanwendung erstellen:
In der Sharepoint-Zentraladministration wird zunächst unter der Anwendungsverwaltung eine neue Webanwendung erstellt. Da ich hier eine vollkommen neue Installation erstelle, gibt es keine passende vorhandene IIS-Website, daher wird der Punkt Neue IIS-Website erstellen gewählt. Als Port verwende ich 80 und komplettiere die übrigen Felder: Hostheader leer lassen, Pfad mit Vorgabe belassen, Authentifizierung über NTLM, keinen anonymen Zugriff zulassen und kein SSL verwenden. Bzgl. des Anwendungspools wird ein neuer erstellt, als Konto das Setup-Konto angeben. Unter dem Punkt für die Inhaltsdatenbank ebenfalls die Standardwerte belassen und die Windows-Authentifizierung wählen. Nach Erstellung der Webanwendung ist der IIS ggf. neu zu starten, sofern dies nicht automatisch erledigt wurde.
Sharepoint-Zentraladministration -Shared Services Provider:
Nach Installation ist kein Shared Services Provider vorhanden. Dieser kann nun erstellt werden, dabei ist darauf zu achten, dass sowohl für den SSP selbst als auch für den Speicherort meiner Website jeweils eine neue Webanwendung erstellt wird. Dann lassen sich diese Webanwendungen unabhängig voneinander sichern.
to be continued…
Add comment 12. Mai 2009
Proof of Concept I – Installation SQL-Server und Sharepoint-Server
Zur Entwicklung der ersten Cockpits und zum Testen der Funktionalität wird unter VMware eine Maschine verwendet, auf die sämtliche Produkte installiert werden. Basis ist Windows Server 2003 R2 Service Pack 2 mit installiertem IIS und aktiviertem ASP.NET. Dieser Server befindet sich in keiner Domäne, alle Konfigurationen werden auf lokalen Accounts basieren. Die Konfiguration der Produkte wird in Teil II beschrieben. Die Plattform ist keine 64Bit-Version, da ich hier unter VMware massive Probleme mit der Lauffähigkeit des PerformancePoint-Servers hatte.
Auf diese Maschine wird zunächst Microsoft SQL-Server 2005 installiert (hier ebenfalls die Enterprise-Edition). Dabei werden alle Komponenten ausgewählt und der Server als Standardinstanz automatische konfiguriert. Dieser Installationsschritt wird hier nicht weiter vertieft, da dies noch nicht die Herausforderung darstellt. Wichtiger werden eher die zusätzlichen Produkte Sharepoint und PerformancePoint.
Nach 15 Minuten ist der SQL-Server installiert und es geht weiter mit dem Microsoft Office Sharepoint Server 2007. Vorher wird noch ein lokaler User usr_spsadmin angelegt mit Administratorrechten und los geht’s.

Die Beschreibung stellt nicht das Installationsprocedere gemäß Handbüchern dar, sondern einen Weg, schnell und funktionsfähig eine Entwicklungs- und Testumgebung zu schaffen.
Der Start des Setups schlägt zunächst fehl, da Grundvoraussetzung das .NET Framework 3.0 ist. Bei Microsoft kann dies hier heruntergeladen werden.
Bei der Installationsart auf jeden Fall Erweitert wählen, sonst wird ein weiterer SQL-Server installiert. Auch sonst sind ggf. diverse Einstellungen nicht mehr so gut beeinflussbar. Im nächsten Schritt die Standardoption Eigenständig in Vollständig ändern, nur so kann die Installation des weiteren SQL-Servers unterbunden werden.
Nach Klick auf Jetzt installieren ist die Arbeit schon beinahe erledigt. Nach Abschluss der Installation die Option Führen Sie den Konfigurations-Assistenten für Sharepoint-Produkte und -Technologien jetzt aus auswählen und Schließen anklicken.

Im Konfigurationsassistenten in der Maske Verbindung mit einer Serverfarm herstellen die Option Nein, ich möchte eine neue Serverfarm erstellen wählen. Dann die Einstellungen für die Sharepoint-Datenbank festlegen, als User den vorher angelegten User usr_spsadmin für den Sharepoint-Server verwenden.

Unter Webanwednung für die Sharepoint-Zentraladministration konfigurieren alles im Standard belassen. Die Zusammenfassungsseite ebenfalls bestätigen und warten bis der Assistent seine Aufgaben erledigt hat.
Bevor der PerformancePoint-Server installiert werden kann, muss der Sharepoint-Server mit ein paar grundlegenden Einstellungen konfiguriert werden, dies ist in Teil II näher beschrieben.
Add comment 1. Februar 2009
Proof of Concept II – Konfiguration Sharepoint-Server
Der Sharepoint-Server muss noch konfiguriert werden, da bei der Installation die manuelle Installationsart gewählt wurde. Im Folgenden sind die Schritte kurz erläutert, die einen funktionsfähigen Sharepoint hinterlassen. Ob diese Einstellungen für eine produktive Umgebung Sinn machen, sollte nicht Gegenstand der Erläuterungen sein.
Nachdem der Konfigurationsassistent die Sharepoint-Datenbank angelegt und den IIS konfiguriert hat, müssen über die Weboberfläche der Zentraladministration noch einige Aufgaben erledigt werden, bevor der Performancepoint-Server installiert werden kann. Als User für das erste Login ist der usr_spsadmin zu verwenden.

Unter der Farmtopologie wird der Server VM-W2K3-X86 gewählt

In dieser Maske werden nacheinander die folgenden Dienste gestartet:
Dienste für Excel-Berechtigungen: Einfacher Start über Klick auf den entsprechenden Link Starten.
Office SharePoint Server-Suchdienst: In dieser Maske die folgenden Einstellungen vornehmen und anschließend auf Anfang klicken:

Suche in der Windows Sharepoint Services-Hilfe: Auch hier wird in eine weitere Maske verzweigt, die wie folgt konfiguriert wird. Anschließend wiederum auf Anfang klicken.

Nun sind alle Dienste des Servers konfiguriert, die zwingend erforderlich sind. Im nächsten Schritt sind die sog. gemeinsamen Dienste zu konfigurieren. Diese erreicht man über den Link Verwaltung der gemeinsamen Dienste in der linken Navigationssleiste. Zunächst sind keine gemeinsamen Dienste vorhanden. Mit Klick auf Neuer SSP gelangt man auf eine Konfigurationsseite, auf welcher man zunächst den Namen des gemeinsamen Dienstes wählen kann (Vorbelegung belassen) und eine Webanwendung wählen muss. Letztere existiert noch nicht und muss über den Link Neue Webanwendung erstellen erst einmal erzeugt werden. In dieser Maske alle Werte mit den Standardvorgaben belassen mit Ausnahme der Anwendungspool-Identität. Diese auf den usr_spsadmin legen und auf OK klicken.
Nun gelangt man zurück auf die Konfigurationsseite des gemeinsamen Dienstes (Shared Service). Alle Daten mit Ausnahme der Anmeldeinformationen für den SSP-Dienst sind bereits eingetragen. Letztere werden erneut mit dem usr_spsadmin hinterlegt. Nach Klick auf OK erscheint eine Warnmeldung, da die SSP-Verwaltungswebsite und Meine Websites in derselben Webanwendung konfiguriert wurden. In unserem Proof-Of-Concept-Szenario ist dies nicht entscheidend und kann mit OK bestätigt werden. Die Einrichtung dauert einige Minuten.
Damit nun bei Aufruf der Homepage auch eine leere Unternehmensseite erscheint und nicht Meine Website, muss zuletzt noch eine Websitesammlung über die Anwendungsverwaltung angelegt werden.

In dieser Konfigurationsseite sollten die Einstellungen in etwa wie folgt erfasst werden (Titel, Websiteadresse, Vorlagenauswahl und User)

Im Grunde ist die Einrichtung des Sharepoint-Servers nun vollzogen. Um uns das Leben nicht unnötig schwer zu machen, ist es sinnvoll den lokalen User in der Gruppe der Farmadministratoren zu hinterlegen. Dies erfolgt über die Zentraladministration unter den Vorgängen in der Sicherheitskonfiguration.

Im nächsten Schritt wird die Monitoring Komponente von PerformancePoint-Server installiert und konfiguriert. Anschließend wird der Reporting Server konfiguriert und der IIS umgestellt, so dass die Reporting Server Website neben der Sharepoint Website lauffähig ist. Dies alles in Teil III und IV.
Add comment 1. Februar 2009
Proof of Concept III – Installation und Konfiguration PerformancePoint-Server
Nach der Installation des SQL-Servers und des Sharepoint-Servers inkl. erster Grundkonfiguration kann der Monitoring Server des PerformancePoint-Servers installiert werden. Das Setup ist unspektakulär und glänz nur durch klicken auf diverse Weiter- und OK-Buttons. Nach Abschluss des Setups wird der Monitoring-Server-Konfigurations-Assistent gestartet. Dieser wird beim Prüfen der Voraussetzungen einen bzw. einige Fehler ausgeben, je nachdem wie aktuell die SQL-Server 2005-Instanz ist oder nicht. In u.a. Beispiel fehlt der aktuelle Service Pack (mind. SP2 erforderlich). Auf jeden Fall müssen aber auch die ASP.NET 2.0 AJAX Extensions 1.0 installiert sein. Diese können bei Micrososft hier heruntergeladen werden.

Nach Installation der SQL-Servicepacks und der AJAX-Extensions sollte die Prüfung der Voraussetzung erfolgreich sein.

In den darauffolgenden Installationsoptionen wird die Option Eigenständige Konfiguration gewählt. Weitere Optionen sind dann auf dieser Maske nicht mehr möglich. Im schritt Datenbank werden alle Voreinstellungen so bleassen, wie sie sind. Im Schritt Website wird der Haken bei SSL-Verbindung zur Monitoring-Website erforderlich machen entfernt. Die Alternative wäre einen SSL-Port anzugeben. Die folgenden Schritte werden unverändert akzeptiert, bis man schließlich Konfigurieren anklicken kann.
Nach Abschluss der Konfiguration kann der Dashboard-Designer gestartet werden, in dem man und Programme –> Microsoft Office PerformancePoint Server 2007 –> Monitoring Central startet und in dieser Websiete dann den Dashoboard-Designer erstmals startet. Im Dashboard Designer muss dann nur noch die Konfiguration geprüft werden. Hierzu kann unter den Optionen im Register Server der Button Verbinden angeklickt werden. War die Verbindung erfolgreich werden die Serveroptionen und Berechtigungen aktivierbar.

Wenn bisher alles gemäß der Beschreibung funktioniert hat, kann eigentlich nichts mehr schief laufen.
Add comment 1. Februar 2009
Proof of Concept IV – Konfigurationsanpassung für die Reporting Services
Nach der Installation des Sharepoint-Servers ist die Standardwebsite deaktiviert. Sofern der Berichtsserver bereits vorher installiert wurde, läuft dessen Grundkonfiguration jedoch auf Basis der Standard-Website. Es gibt nun die Möglichkeit diese Konfiguration zu ändern, oder aber einfach den TCP-Port der Standard-Website zu ändern, den Anwendungspool von DefaultAppPool auf ReportServer zu ändern und die Website anschließend wieder zu starten. Ich habe Letzteres gemacht. Eine Sharepoint-Integration ist für das Arbeiten mit dem PerformancePoint-Server nicht zwingend erforderlich und verkompliziert das Setup m.E. unnötigerweise.

Nun sind alle Installations- und Konfigurationsaufgaben für’s Erste erledigt. Alle Komponenten sollten nun funktionsfähig sein. Insgesamt sollten nun mind. 3 Websites erreichbar sein:
1. Sharepoint: http://localhost
2. Reporting Services: http://localhost:8080/Reports
3. PerformancePoint-Server Vorschausite: http://localhost:40000/Preview
Add comment 1. Februar 2009










